Allgemein Coworking im Grätzl

Gemeinsam selbstständig

Diesmal hat es etwas gebraucht, bis bei uns der Groschen gefallen ist. 
Folgendes haben wir immer wieder in den Gesprächen mit Selbstständigen gehört und zwar ist es eine Sache, die tatsächlich schmerzt, weil es sich für viele wie verschwendete Lebenszeit anfühlt. Es geht um die laufenden Tasks rund um Buchhaltung, Website, Marketing etc.

Beispiel: Social Media Arbeit. 1. Viele sagen, dass es zwar notwendig ist, aber es ist mehr ein halbherziges und punktuelles Herumstochern. Andere kämpfen mit einem schlechten Gewissen, weil sie sollten ja, aber schieben es ständig vor sich her. 2. Wenn sie könnten, würden sie es auslagern, aber dafür fehlt das Geld. 

Viele haben Workshops zu dem Thema besucht, aber nur das Wissen aufzutanken, reicht noch nicht. Das Zeug will regelmäßig umgesetzt werden. Das regelmäßige Tun und das fehlende Geld zum Auslagern sind die Knackpunkte in der Geschichte. 

Was wäre, wenn wir Selbstständigkeit eben nicht mehr als letzte Bastion des Einzelkämpfertums begreifen? Sondern mehr Formate schaffen, die die Menschen zusammenbringen und ganz pragmatisch dabei unterstützen ihre Strukturen aufzusetzen und laufende To Do’s abzuarbeiten.

In der ersten Phase verbringen Selbstständige 80% ihrer Zeit damit diese Strukturen zu legen und sich in die Themen wie Marketing, Webseite, Tools, Finanzen, Buchhaltung etc. einzuarbeiten und sie müssen dann für die fortlaufenden Tätigkeiten eine Arbeitsroutine entwickeln. Das kann schon mal auch ein Jahr dauern. Das benötigte Grundset-up ist aber fast überall gleich und viele fortlaufende Tasks ebenso. Je schneller das aufgesetzt ist, desto mehr Zeit bleibt für die anderen wichtigen Themen, wie z.B. Positionierung, Arbeiten am Produkt, Entwicklung ihrer Dienstleistungen, Kontaktaufbau zu Kunden.

Noch ein Argument für mehr Gemeinschaft: 50 % der EPU in Wien arbeiten im Home-Office, das ist auch die Gruppe, der es laut Studien finanziell nicht so gut geht. Ein Grund ist eine geringere Innovationskraft, auch bedingt durch den fehlenden Austausch mit anderen. Wenn man also einen Ort schafft, um die wiederkehrenden Tasks gemeinsam abzuarbeiten, dann kommt man in diesen Austausch rein, man lernt dazu, wird inspiriert.

Wir haben jetzt mit der Social Media Kitchen und der Website-Werkstatt ein neues Format entwickelt, das diese Punkte abdeckt: es ist leistbar, es verbindet die Menschen, sie können ihre Sachen einmal im Monat geballt gemeinsam abarbeiten und ihnen steht dabei eine Expertin zur Seite. Vergleichbar ist das mit einer Laufgruppe, in der man gemeinsam die Intervalle oder langsamen Läufe absolviert. Je nachdem, was man nicht so gerne alleine macht und immer ausfallen läßt, wenn man keine Gruppe hat.

Die Tickets für die erste Social Media Kitchen sind schon weg. Wäre das nicht schön, wenn in Zukunft Selbstständigkeit auch mit dem Begriff „Gemeinschaft“ assoziiert wird.

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